Bewertungsausschuss beschließt Felxibilisierung der Begrenzungsregelung für psychotherapeutische Videositzungen
Freitag, 10. Juni 2022
 

Der Bewertungsausschuss hat eine Flexibilisierung der Begrenzungsregelungen psychotherapeutischer Videositzungen beschlossen.

Ab dem 1. Juli 2022 gilt nun eine 30% Begrenzung für das Punktzahlvolumen aller videofähigen Leistungen des Kapitel 35. Der Bezug der 30% Regelung auf jede einzelne Gebührenordnungsposition (GOP) ist damit aufgehoben. Nicht umgesetzt wurde aber, dass die psychotherapeutischen Akutbehandlung (GOP 35152) in diese Regelung eingezogen wird. Für diese Leistungen gilt nun eine separate 30% Begrenzung pro Quartal.

Das bedeutet nun, dass die Gesamtpunktzahl aller Leistungen des Kapitels 35, die grundsätzlich in Videobehandlung durchgeführt werden können, pro Quartal und Psychotherapeut*in ermittelt wird (außer dem Punktzahlvolumen der GOP 35152) und von diesem 30 % für Videositzungen zur Verfügung steht.

Wichtiger Hinweis für Gemeinschaftspraxen, Medizinische Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Psychotherapeut*innen: Die 30% Grenze wird auf jeden einzelne*n Psychotherapeut*in angewendet - nicht auf die Praxis insgesamt.

Ausgenommen dabei sind die Psychotherapeutische Sprechstunde und die probatorischen Sitzungen. Diese Leistungen sind nach Ablauf der Pandemie-Sonderregelungen seit dem 1. April 2022 generell nicht mehr als Videositzung möglich.

Unberührt von dieser neuen Vorgehensweise ist auch die 30% Regelung bezogen auf alle Fälle, die in einem Quartal ausschließlich als Videositzungen erbracht werden. Diese Begrenzungsregelung bleibt unverändert bestehen.

Auch wenn die Flexibilisierung grundsätzlich zu begrüßen ist, da es unsere Behandlungshoheit stärkt, ist die Nicht-Einbeziehung der Akutbehandlung aus unserer Sicht fachlich nicht nachvollziehbar.

Weiteres unter:https://www.kbv.de/html/1150_58502.php