Honorarkürzung: Newsticker

Kürzungen stoppen! Psychotherapie sichern!

Demonstration in Saarbrücken, am 29. März 2026

Foto: PKS

Organisiert vom Fachschaftsrat Psychologie der Universität des Saarlandes, der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) Landesgruppe Saarland und dem Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten Saarland (bvvp), den Jusos Saar, der Grünen Jugend Saar und den Jungen Liberalen Saarland fand eine von mehr als 1300 teilnehmenden Menschen besuchte Demonstration in Saarbrücken statt.

Gastredner Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung betonte, dass er sich auf Bundesebene für eine Beanstandung der vorgesehenen Honorarkürzungen einsetzen werde. Zudem sei ihm eine Aktualisierung der seit 1999 nicht geänderten Bedarfsplanung für Psychotherapeut*innen und die Finanzierung der Weiterbildung der künftigen Fachpsychotherapeut*innen ein zentrales politisches Anliegen: „Es muss ein Umdenken in Berlin stattfinden“, um die psychotherapeutische Versorgung der – saarländischen – Bevölkerung zu sichern.

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Gastrednerin Kammerpräsidentin Stefanie Maurer sieht die geplante Kürzung der Vergütung für ambulante Psychotherapie um 4,5 Prozent kritisch. Sie warnt vor negativen Folgen für die Versorgung der Patient*innen: Im Saarland führen psychische Erkrankungen bundesweit zu einer „Spitzenposition“ bei Krankschreibungen. Sie betont, dass Psychotherapie als Bestandteil der medizinischen Grundversorung nachweislich wirksam ist, dass aber steigende Anforderungen in der psychotherapeutischen Arbeit mit Honorarkürzung quasi ignoriert werden: „Viele Patientinnen und Patienten warten monatelang auf einen Therapieplatz – nicht, weil es zu wenige qualifizierte Psychotherapeut*innen gibt, sondern weil die Kapazitäten systematisch begrenzt werden.“

Eine hochqualifizierte Berufsgruppe mit großer Verantwortung sehe sich immer stärker wachsenden Herausforderungen in Bezug auf Dokumentation, Organisation und einen effektiven Praxisbetrieb gegenüber: „Und dennoch soll unsere Arbeit weniger wert sein.“

Ihre Forderungen sind: Rücknahme der Honorarkürzungen, die Finanzierung der fachpsychotherapeutischen Weiterbildung und eine die Realität widerspiegelnde Bedarfsplanung, um der hohen Nachfrage nach und den Wartezeiten auf Psychotherapie wirksam zu begegnen:

„Seelische Gesundheit ist kein Sparprojekt – Psychotherapie hilft – kürzen nicht.“

Aus ihrer Sicht ist der Beschluss des Bewertungsausschusses „fachlich falsch, nicht nachvollziehbar und schädlich für die Versorgung“.

„Unser Anliegen ist klar: Psychotherapie hilft – kürzen nicht.“

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„Kürzungen stoppen! Psychotherapie sichern!“

Mehr als 1300 Menschen demonstieren in Saarbrücken. Bericht bei SR Info (29. März).

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„Jeder in ambulante Psychotherapie investitierte Euro rechnet sich“

Erneute Pressemitteilung der BPtK, in der sich die Präsidentin der BPtK, Dr. Andrea Benecke, zur „fehlenden Wertschätzung für die sprechende Medizin“ äußert (27. März).

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Paukenschlag“: KBV klagt gegen massive Kürzungen psychotherapeutischer Leistungen

„Wir werden uns gegen die massive Benachteiligung der Psychotherapeuten und ihrer Patientinnen und Patienten wehren und gegen den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) den Klageweg beschreiten. Die Klageschrift bereiten wir gerade vor und werden diese beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg einreichen“, kündigte heute Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), an (19. März): Link zur Pressemitteilung

„Dann gibt es eben weniger Termine“: Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, nimmt Stellung: Link

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SR Fernsehinterview im „aktuellen bericht“

Im aktuellen Bericht vom 18. März äußert sich Kammerpräsidentin Stefanie Maurer zu den Zusammenhängen zwischen Honorarkürzung, Wartezeiten auf Therapieplätze und der psychotherapeutischen Versorgung. Timmi Schüssler, Student im Masterstudiengang Psychologie fordert ein Umdenken in der Politik und ruft zur Demonstration am 29. März in Saarbrücken auf (ab Minute 23.10).

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Gesundheitsminister Dr. Jung zur Kürzung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen

„Die vorgesehenen Kürzungen bei den Honoraren von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sehe ich mit Sorge. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen auf psychotherapeutische Unterstützung angewiesen sind und die Wartezeiten bereits hoch sind, braucht es verlässliche und angemessene Rahmenbedingungen für die Behandelnden. Einschnitte bei der Vergütung, sind das falsche Signal und können sich unmittelbar auf die Versorgung auswirken. Vor diesem Hintergrund wird das Gesundheitsministerium prüfen, inwieweit wir uns auf Bundesebene für eine Beanstandung der vorgesehenen Regelungen einsetzen können. Entscheidend ist, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten nicht beeinträchtigt wird.“ (Dr. Magnus Jung, Pressemitteilung 33/2026 vom 18. März).

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Pressemitteilung der KV Saarland

Die Kassenärztliche Vereinigung sieht in der Honorarkürzung ein „fatales Signal“ für die ambulante Versorgung (17. März): Link zur Pressemitteilung

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SR Radiointerview

Im saarländischen Rundfunk gibt Kammerpräsidentin Stefanie Maurer ein Interview. Sie äußert sich zur Wirkung der Honorarkürzung auf unseren Berufsstand, zur finanziellen Situation niedergelassener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und zu möglichen Auswirkungen auf die psychotherapeutische Versorgung (17. März).

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Saarbrücker Zeitung vom 13. März: „Absenkung der Honorare in Psychotherapie sorgt für Unmut“

„Die saarländische Psychotherapeutenkammer mahnt an: Schon jetzt sei die Versorgung psychisch erkrankter Menschen vielerorts angespannt, während der Behandlungsbedarf weiter ansteige. Das Saarland ist so zum Beispiel im Bundesvergleich mit großem Abstand Spitzenreiter bei psychisch bedingten Krankschreibungen, wie der Psychreport 2025 der DAK zeige.“

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Petition zur Kürzung der Honorare

Wir möchten auf diese Petition hinweisen, die von Johanna Alisa Jung initiiert wurde. Für die Inhalte ist die Psychotherapeutenkammer des Saarlandes nicht verantwortlich (13. März).

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Absenkung der Honorare inakzeptabel – „Rasenmäherprinzip“

Pressemitteilung der BPtK, mit Ausführungen zur wirtschaftlichen Situation der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen (13. März).