Die Psychotherapeutenkammer des Saarlandes, als Mitglied des Aktionsbündnisses, setzt sich, gemeinsam mit der Apothekerkammer des Saarlandes, der Ärztekammer des Saarlandes, der Abteilung Zahnärzte der Ärztekammer des Saarlandes, dem Facharztforum Saar, der Kassenärztlichen Vereinigung Saar, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Saar, dem Pflegebeauftragter des Saarlandes, dem Saarländischen Apothekerverein, der Saarländischen Krankenhausgesellschaft und dem Sozialverband VdK Saarland für ein neues Modell zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung im Saarland ein: dem „Saarland-Modell“.
Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung und Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses stellen das Modell am 19. März 2026 in der Landesvertretung des Saarlands in Berlin vor.
Kammerpräsidentin Stefanie Maurer betont dabei die Wichtigkeit des Direktzugangs zur Psychotherapie, die Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung und die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung als „Kernthemen und Ziele“ der Psychotherapeutenkammer im Aktionsbündnis.
Foto: MASFG/Müller (v.l.n.r.: Manfred Saar (Apothekerkammer des Saarlandes), Peter Springborn (VdK Saarland), Minister Dr. Magnus Jung, Susanne Koch (Saarländischer Apothekerverein), Dr. med. Josef Mischo (Sprecher Aktionsbündnis), Stefanie Maurer (Psychotherapeutenkammer des Saarlandes), Prof. Dr. med. Harry Derouet (KV Saarland), Dr. Lea Laubenthal (KV Saarland – Abt. Zahnärzte), Dr. med. Markus Strauß (Ärztekammer des Saarlandes), Dr. Thomas Jakobs (Saarländische Krankenhausgesellschaft))
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2026-03-19 18:49:482026-03-29 18:26:54Aktionsbündnis Gesundheit: Das Saarland als Modellregion
Heute möchten wir Sie über aktuelle Entwicklungen in Zusammenhang mit der Honorarkürzung für ambulante Psychotherapie zum 01.04.26 informieren (wir berichteten hierzu: Vergütung ambulanter Psychotherapie wird zum 1. April 2026 abgesenkt). Die Entscheidung der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung, die Honorare für ambulante Psychotherapie um 4,5 % abzusenken, wird in weiten Teilen der Psychotherapeut*innenschaft mit Sorge wahrgenommen. Es werden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit niedergelassener Praxen sowie auf die Versorgungssituation gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten befürchtet. Auch Berufsverbände haben zu den vorgesehenen Kürzungen bereits kritisch Stellung genommen.
In den vergangenen Tagen wächst in den sozialen Netzwerken der Protest mit großer Dynamik. Über soziale Medien und Messenger-Dienste vernetzen sich zahlreiche Psychotherapeut*innen und organisieren erste Aktionen gegen die Kürzung.
Bundesweit haben Protestaktionen gegen die Honorarkürzung stattgefunden oder sind in Planung. Bereits am 11. März 2026 fand in Berlin eine Kundgebung statt. Weitere Veranstaltungen sind unter anderem in Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Leipzig, Marburg, Düsseldorf, Karlsruhe und Chemnitz geplant.
Aktuelle Informationen zu den bundesweiten Aktionen werden auf dem Instagram-Account @Aktionsbündnis.Psychotherapie veröffentlicht.
Die Initiative zu dieser Veranstaltung geht aus den Reihen der saarländischen Studierendenschaft, unseres psychotherapeutischen Nachwuchses, hervor. Sofern Sie näheres zu der Initiative und der Veranstaltung erfahren wollen oder die Initiative unterstützen möchten, können Sie der Gruppe via WhatsApp beitreten: https://chat.whatsapp.com/GVpWlQZ11MvJq0CelzS6gs?mode=gi_t
Auch Kammerpräsidentin Stefanie Maurer und Vertreterinnen des Kammervorstands werden vor Ort sein und sich zu den aktuellen berufspolitischen Entwicklungen äußern.
Hinweis der Kammer
Die Psychotherapeutenkammer des Saarlandes informiert ihre Mitglieder im Rahmen ihrer Aufgabe als Berufsvertretung über berufsrelevante Entwicklungen und Veranstaltungen. Eine Empfehlung zur Teilnahme an der Demonstration ist mit diesem Schreiben nicht verbunden. Die Entscheidung hierüber liegt selbstverständlich bei jedem Mitglied persönlich. Für die Inhalte externer Gruppen und Initiativen übernimmt die Kammer keine Verantwortung.
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2026-03-17 15:42:402026-03-17 16:45:05Honorarkürzung: Geplante Demonstration im Saarland am 29. März 2026 um 11:00 Uhr auf dem Landwehrplatz in Saarbrücken
Der Bewertungsausschuss hat am 11. März 2026 beschlossen, die Vergütung für ambulante Psychotherapie auf Betreiben des GKV-Spitzenverbandes zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent zu senken. Die KBV hatte sich in den Verhandlungen klar gegen diese Abwertung ausgesprochen, konnte sich im erweiterten Bewertungsausschuss jedoch nicht durchsetzen. Schon jetzt ist die Versorgung psychisch erkrankter Menschen vielerorts angespannt, während der Behandlungsbedarf weiter ansteigt. Eine Absenkung der Vergütung in dieser Situation erscheint weder fachlich überzeugend noch gesundheitspolitisch sinnvoll.
Die Bundespsychotherapeutenkammer positioniert sich dazu in ihrer offiziellen Stellungnahme wie folgt: „Für völlig inakzeptabel hält es die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), dass die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt werden soll. Das jedenfalls hat der Erweiterte Bewertungsausschuss auf seiner Sitzung am 11. März 2026 gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entschieden. Gleichzeitig werden die sogenannten Strukturzuschläge um 14,25 Prozent angehoben. In der Summe bedeutet das selbst für psychotherapeutische Praxen, die die Strukturzuschläge in vollem Umfang erhalten, eine Absenkung der Honorare um circa 2,8 Prozent. Die Krankenkassen hatten initial sogar noch deutlich stärkere Honorarkürzungen gefordert.
„Das ist Kürzungspolitik nach dem Rasenmäherprinzip. Die psychotherapeutischen Praxen leiden heute schon unter steigenden Kosten und der anhaltenden Inflation. Niemand käme in Tarifverhandlungen auf die Idee, in dieser Lage die Gehälter zu kürzen. Doch ausgerechnet für die Fachgruppe der vertragsärztlichen Versorgung mit den mit Abstand niedrigsten Honoraren wird eine solche Absenkung beschlossen. Das ist skandalös“, so BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke. „Psychotherapeut*innen werden erneut auf dem Klageweg für eine angemessene Honorierung sorgen müssen.“
Nach den Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) erwirtschaften Psychotherapeutinnen nach Abzug der Praxiskosten einen Überschuss von circa 52 Euro je Arbeitsstunde. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was Praxisinhaberinnen der hausärztlichen Versorgung bzw. der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung im Durchschnitt erwirtschaften. Weil psychotherapeutische Leistungen fast vollständig zeitgebunden sind, ist es Psychotherapeut*innen nicht möglich, mehr Behandlungen pro Zeiteinheit durchzuführen.
Die per Gesetz und Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) vorgegebene Überprüfung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen je Zeiteinheit auf Angemessenheit soll daher sicherstellen, dass Psychotherapeutinnen wenigstens ein bestimmtes Mindesthonorar für die antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen erhalten. Nach dem vom BSG entwickelten Modell soll es damit Psychotherapeutinnen ermöglicht werden, bei einer bis an die Belastungsgrenze voll ausgelasteten Praxis und Tätigkeit zumindest den durchschnittlichen Ertrag der unterdurchschnittlich verdienenden Facharztgruppen zu erwirtschaften.
„Die Krankenkassen missbrauchen nun dieses Instrument, um ein ‚Mindesthonorar‘ in eine ‚Obergrenze‘ umzuinterpretieren“, kritisiert Benecke. „Zudem wurden bei der Berechnung der Höhe der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen im Jahr 2026 die für Psychotherapeut*innen erzielbaren Einnahmen mit den durchschnittlichen Einnahmen der Facharztgruppen im Jahr 2024 verglichen. Dabei wurde in der Zwischenzeit der Orientierungspunktwert um 6,8 Prozent erhöht. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Das ist nicht hinnehmbar.“ (Quelle: BPtK)
Auch die zuständigen Berufsverbände beziehen hierzu klar Stellung und kündigen an, dem Beschluss mit Nachdruck entgegenzutreten und dabei gegebenenfalls auch rechtliche Schritte zu unternehmen.
Die Information des bvvp finden Sie hier. Die Meldung der DPtV finden Sie hier.
Praxisnachricht des KBV-Vorstands ist hier verlinkt.
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2026-03-12 11:24:072026-03-13 10:10:10Vergütung ambulanter Psychotherapie wird zum 1. April 2026 abgesenkt
19. Februar 2026 – medisign: Rückruf der neuen HBA
Die – neuen – Heilberufsausweise wurden seitens medisign fehlkonfiguriert. Wegen der schlechten Erreichbarkeit von medisign wird dort auf Kontaktaufnahme zum Kontaktcenter verwiesen!
17. November 2025 – Fristverlängerung
Nachdem der Kartentausch, insbesondere bei medisign, nicht reibungslos funktioniert, ist nunmehr die Frist für den Kartentausch um ein halbes Jahr verlängert.
Die Psychotherapeutenkammer des Saarlandes ist keine „Vorbefüllungskammer“: Das bedeutet, dass Kammermitglieder ihre persönlichen Daten selbst an den Kartenanbieter übermitteln müssen. Bitte beachten Sie hierzu den wichtigen Hinweis der Firma medisign:
„Diejenigen Mitglieder, bei denen der Button für die Folgekarte nicht funktioniert und deren Kammer nicht vorbefüllt, möchten wir bitten, einen Neu-Antrag zu stellen. Ferner möchte das Mitglied in diesem Fall bitte eine kurze Mail an usermanagement(at)medisign.de verfassen, aus der die Sachlage und die alten Antragsinformationen (Antragsnummer und ICCSN*) hervorgehen; die Angleichung der Berechnungen wird dann später erfolgen.“
Die Psychotherapeutenkammer des Saarlandes ist demnach NICHT für den Austausch oder die Korrektur von Antragsdaten bei der Firma medisign zuständig. Daher möchten wir Sie bitten, sich mit Fragen zur Beantragung direkt an den jeweiligen Kartenanbieter zu wenden.
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2026-02-27 12:28:532026-02-27 12:28:54„Dauerbrenner“: Austausch von elektronischen Heilberufsausweisen
In Zusammenhang mit den aktuellen Medienberichten zur Vergütung psychotherapeutischer Leistungen nehmen wir bei vielen Mitgliedern eine spürbare Verunsicherung wahr. Wir können gut nachvollziehen, dass die Berichterstattung Fragen aufwirft und Gesprächsbedarf entsteht.
Es handelt sich um ein gesetzlich vorgesehenes Prüfverfahren auf Bundesebene, welches jährlich durchgeführt wird. Die Beratungen hierzu finden im Bewertungsausschuss zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband statt. Über die KBV sind auch Psychotherapeut*innen in die Verhandlungen eingebunden. Im Mittelpunkt steht die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Derzeit werden hierzu einzelne Gebührenordnungspositionen (GOP) sowie der Abschnitt 35.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) überprüft. In solchen Verhandlungsprozessen ist es üblich, dass die Positionen der Vertragspartner zu Beginn deutlich auseinanderliegen. Konkrete Entscheidungen über Maßnahmen oder weitere Schritte liegen aktuell noch nicht vor.
Die Landeskammern, einschließlich der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes, sind jedoch keine Vertragsparteien und daher nicht an den Beratungen des Bewertungsausschusses beteiligt. Entsprechend liegen uns derzeit keine weitergehenden Informationen zum Stand der Gespräche vor.
Aus Gründen der gebotenen Zurückhaltung und aus Respekt vor dem laufenden Verfahren können wir zum Prozess zum jetzigen Zeitpunkt keine weitergehende Kommentierung vornehmen.
Die nächste Sitzung des Bewertungsausschusses ist für den 11. März angekündigt. Welche Beschlüsse dort gefasst werden, bleibt abzuwarten. Sobald verlässliche und belastbare Informationen vorliegen, werden wir unsere Mitglieder umgehend dazu informieren.
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2026-02-07 13:00:182026-02-09 20:55:33Rückmeldung zur Berichterstattung über die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen
Der Arbeitskreis des Psychosozialen Zentrums des Deutschen Roten Kreuzes befasst sich mit der Versorgung von Geflüchteten in einem Netzwerk aus Beratungsstellen, Gesundheitsamt niedergelassenen Psychotherapeut*innen und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen. Am 21.1.26 trug die Psychotherapeutenkammer, vertreten durch Susanne Münnich-Hessel, zur psychotherapeutischen Versorgungslage bei Geflüchteten und kultursensibler Traumatherapie vor.
Geflüchtete Menschen haben häufig vor und während ihrer Flucht ein enormes Ausmaß an seelischer und körperlicher Gewalt, schwere Misshandlungen sowie in vielerlei Hinsicht tiefgreifende Verluste erfahren. Diese Erlebnisse wiegen häufig so schwer, dass sie häufig zu schwerwiegenden Traumafolgestörungen führen. Ihre Behandlung benötigt neben Kenntnissen über Traumata und weitere Störungsbilder auch das Wissen über kulturelle Hintergründe und Besonderheiten der Therapiearbeit. Auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte bringen teilweise Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit mit, die, wenn sie nicht berücksichtigt werden, die psychotherapeutische Behandlung erschweren können. Thema des Vortrags war ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch über eine Kultur- und Rassismus- sensible therapeutische Haltung, die erforderlich ist, um sprachliche, kulturelle, religiöse und ethnische Besonderheiten der Patient*innen wahrzunehmen. Der erschwerte Zugang zur Psychotherapie wurde thematisiert, aber auch die Türöffner zu einer kultursensiblen Traumatherapie wurden vorgestellt und sich anhand konkreter Fallbeispiele ausgetauscht.
Die PDF wird hier zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zum Arbeitskreis bei Frau Pallien unter: pallienr@drk.saarland
(Text: Susanne Münnich-Hessel)
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2026-01-28 11:53:572026-01-28 11:54:50Kultursensible Traumatherapie mit Geflüchteten – ein Vortrag der Psychotherapeutenkammer im PSZ- Standort Burbach
Am 23.08.2025 fand der 5. Saarländische Psychotherapeut*innentag in der Ärztekammer des Saarlandes statt. Neben vielen interessierten Mitgliedern waren auch Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung, Referatsleiter Patrick Unverricht, Präsident der Ärztekammer Dr. Markus Strauß, sowie der Geschäftsführer der Ärztekammer Herr Michael John zu Gast.
Die Eröffnung der Veranstaltung übernahm die Präsidentin der Psychotherapeutenkammer des Saarlandes, Stefanie Maurer. In Ihrer Begrüßungsrede bedankte sie sich für das große Interesse an der Veranstaltung, sie sprach über aktuelle Krisen, deren kumulative und verstärkende Wirkung sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Laut Präsidentin Maurer prägen längere Wartezeiten, komplexe Symptombilder und die Notwendigkeit, die gesellschaftliche Realität stärker in psychotherapeutische Prozesse einzubeziehen, den psychotherapeutischen Alltag. Sie machte aber auch auf die Chancen, die Krisenzeiten mit sich bringen, aufmerksam. Denn solche Erfahrungen können Menschen dazu befähigen, emotionale Widerstandsfähigkeit, also Resilienz, aufzubauen. Aus beruflicher Sicht würden Krisenzeiten auch Entwicklungschancen für Psychotherapeut*innen mit sich bringen, indem sie zur Adaption von Therapieformen und zur Förderung des kollegialen Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung beitragen, erklärte die Kammerpräsidentin. Krisenzeiten machen außerdem die therapeutische Arbeit sichtbarer und lassen die Anerkennung wachsen. Laut Maurer könnte der Schlüssel darin liegen, dass Krisen nicht nur als Bedrohung, sondern als Katalysator für Wachstum und Veränderungen gesehen werden. Mit diesen Worten wünschte Sie allen Teilnehmer*innen und Referent*innen eine erkenntnisreiche Veranstaltung.
Im Anschluss begrüßte Dr. Strauß, Präsident der Ärztekammer, die Gäste und zeigte sich als Hausherr erfreut über die heranwachsende Tradition, die Ärztekammer als Veranstaltungsort bereitstellen zu dürfen. Zudem hob er die freundschaftliche und enge Zusammenarbeit bei gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen und dem Gemeinsamen Beirat positiv hervor.
Anschließend übergab Vorstandsmitglied Christina Roeder nach kurzer Begrüßungsansprache das Wort an den saarländischen Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit.
Dr. Magnus Jung zeigte sich erfreut über die wieder aufgelebte Tradition des Saarländischen Psychotherapeut*innenentages, die auch wegen Corona einige Zeit ruhte. Er betonte, dass die aktuellen Krisenzeiten einige Themen-Überlappungen in der Psychotherapie und Politik mit sich bringen. Wichtig sei die Betrachtung der Ursachen und Folgen solcher Krisen, wobei die psychotherapeutische Analyse eine gute Grundlage für die Politik darstelle. Die steigenden Zahlen psychisch Erkrankter, die Versorgungsschwierigkeiten, mit hoher Auslastung in der stationären Versorgung und langen Wartezeiten im ambulanten Bereich, lassen sich mit auf das Phänomen der Stapelkrisen, inklusive einer Resilienzkrise, zurückführen, so Dr. Jung. Bei der Bewältigung spiele nicht nur die Forschung zu den Auslösern, sondern auch besonders die Prävention eine große Rolle. Den Saarländischen Psychotherapeut*innentag beschrieb er hierzu als gute Grundlage und betonte, dass die Politik sich stets über den Austausch mit Expert*innen, wie sie an diesem Tag zusammentrafen, freue. Dr. Jung sprach auch über die aktuell beschriebene „Überversorgungslage“ im Land, die nicht die Wirklichkeit beschriebe. Lange Wartezeiten besonders im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie würden eindeutig eine andere Sprache sprechen. Der Bund sei bereits dazu aufgefordert die Bedarfsplanung an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Dazu sei allerdings auch psychotherapeutischer Nachwuchs notwendig. In der Vergangenheit gab es deshalb bereits einen Austausch mit der PKS, welcher dazu führte, dass Dr. Jung auf der Gesundheitsministerkonferenz den Antrag einbrachte, die Finanzierung der Weiterbildung für Pychotherapeut*innen zu beschließen. Insgesamt gab es in der Vergangenheit bereits viele gemeinsame Themen, für deren vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit er sich dankbar zeigte und zum Ausdruck brachte, dass er sich das auch für die Zukunft so wünsche.
Im Anschluss leitete Vorstandsmitglied Christina Roeder an Sabine Leonhardt über, die im Rahmen der Veranstaltung die Ehrung von Irmgard Jochum und Susanne Münnich-Hessel übernahm. Frau Leonhardt untermalte Ihre Ansprache mit einer Vielzahl von Gedichten, die ihre Botschaft emotional verstärkten. Sie beschrieb Gespräche mit Weggefährten von Frau Jochum und Frau Münnich-Hessel, welche die ehemalige Präsidentin und Vizepräsidentin als wertschätzende Teamplayer beschrieben, die Gespräche auf Augenhöhe führten, denen es ums Tun und nicht um Siegen ging und die damit durch Weitblick zur Weiterentwicklung der Kammer beitrugen. Die Rednerin betonte zudem die individuellen herausragenden Qualitäten und das beeindruckende Schaffen der Geehrten, auch in Krisenzeiten. Zum Abschluss der feierlichen Ehrung erhoben sich alle Anwesenden zu stehenden Ovationen.
Anschließend übergab Christina Roeder das Wort an Vizepräsidentin Dr. Sandra Dörrenbächer und Vorstandsmitglied Silke Wendels, die in Ihrem Vortrag über Aufwachsen in Krisenzeiten- Kindsein und Entwicklung im Zeitalter von Unsicherheit referierten. Darauf folgten weitere interessante Vorträge. Prof. Dr. Hans-Jürgen Wirth sprach in seinem Vortrag über Verlusterfahrung, Vulnerabilität und die Zukunft der Psychotherapie. Dr. Fabian Chmielewski referierte darauffolgend zu Globalen Krisen in der Psychotherapie.
Die Veranstaltung fand ihren finalen Programmpunkt in einer abschließenden Diskussionsrunde.
(Bericht verfasst von Julia Spanier.)
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2025-09-04 16:05:252025-09-09 16:33:07Bericht vom Saarländischen Psychotherapeut*innentag
Wir freuen uns sehr, dass sich Dr. Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit im Saarland, mit seinem Antrag zur Finanzierung der neuen psychotherapeutischen Weiterbildung für den psychotherapeutischen Nachwuchs und damit die Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung einsetzt.
Dafür danken wir ihm ausdrücklich.
Dr. Jung hat in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Juni einen entsprechenden Antrag eingebracht. Der Beschluss der GMK, der nunmehr auf deren Website zu lesen ist, lautet: „Die Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Gesundheit der Länder fordern den Bund auf, zeitnah die notwendigen Regelungen zur ausreichenden Finanzierung der neuen Weiterbildung der Psychotherapeuten zu treffen. Dabei ist es erforderlich klarzustellen, dass auch die Kosten der Supervision, der Theorievermittlung und der Selbsterfahrung zu berücksichtigen sind.“ (Quelle: www.gmkonline.de)
Dieser – saarländischen – Initiative ist zu verdanken, dass ein bundesweiter Beschluss gefasst wurde.
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2025-06-23 12:06:392025-06-23 14:09:39Dr. Magnus Jung setzt sich in der Gesundheitsministerkonferenz für die Finanzierung der Weiterbildung ein
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir laden Sie ganz herzlich zum fünften Saarländischen Landespsychotherapeut*innentag am 23. August 2025 ein.
Für das Thema „Psychotherapie in Zeiten globaler Krisen“ konnten wir mit Dr. Fabian Chmielewski und Prof. Dr. Hans-Jürgen Wirth prominente externe Referenten gewinnen. Aus dem Vorstand referieren Dr. Sandra Dörrenbächer und Silke Wendels. Zudem freuen wir uns auf das Grußwort unseres Gesundheitsministers Dr. Magnus Jung und auf die Ehrung von Irmgard Jochum und Susanne Münnich-Hessel für deren langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in unserer Kammer.
Am 12. März 2025 fand im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des saarländischen Landtags eine öffentliche Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Saarländischen Krankenhausgesetzes sowie zur Änderung des Saarländischen Heilberufskammergesetzes statt. Das Gesetz zielt auf eine Reformierung der saarländischen Krankenhauslandschaft ab und soll Strukturen effizienter gestalten sowie die medizinische Versorgung langfristig sichern. Die Anhörung bot Vertreter*innen des Gesundheitswesens die Möglichkeit, ihre Perspektiven, Einschätzungen und Anliegen einzubringen. Auch PKS-Kammerpräsidentin Stefanie Maurer nahm an der Anhörung teil. Den Fernsehbeitrag zur Anhörung finden Sie im Aktuellen Bericht des SR vom 12. März, abrufbar in der ARD-Mediathek ab Minute 23:40.
Einen Tag später fand eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Justiz, Verfassungs- und Rechtsfragen, Wahlprüfung, Datenschutz und Informationsfreiheit zum Gesetz der Novellierung des Maßregelvollzugsrechts statt, bei der Frau Maurer ebenfalls geladen wurde. Die PKS-Präsidentin nahm vor Ort Stellung zu den relevanten Änderungen für unsere Berufsgruppe (wie bspw. der Normierung der Forensisch-Psychiatrischen Institutsambulanz als Standard oder die Möglichkeit der Zwangsbehandlung unter richterlichem Vorbehalt).
https://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpg00Christian Lorenzhttps://ptk-saar.de/wp-content/uploads/2024/02/Logo-RGB-72dpi-3-300x144.jpgChristian Lorenz2025-04-11 16:58:432025-04-11 16:58:46Teilnahme der Kammerpräsidentin an Anhörungen von Ausschüssen des Landtages